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Familienarchiv Speck von Sternburg ist erschlossen

Die Familie Speck von Sternburg ist eng mit der Entwicklung von Lützschena verbunden. Deren Familienarchiv wurde 2015 von Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg an das Sächsische Staatsarchiv als Depositum auf der Grundlage eines Archivvertrags übergeben. Hier ist es als Bestand 22382 Familienarchiv Speck von Sternburg den zahlreichen Nachlässen von Familien und Einzelpersonen zugeordnet.

Dieser Archivbestand ist nunmehr vollständig inhaltlich erschlossen worden. Auch die konservatorische und zum Teil restauratorische Bearbeitung der Einzeldokumente wurde kürzlich abgeschlossen. Seit wenigen Tagen sind die Informationen zu den Einzelarchivalien online auf der Website des Staatsarchivs recherchierbar. Die Archivalien können im Lesesaal des Staatsarchivs Leipzig eingesehen werden.

Schlosspark Lützschena

Foto Karsten Fiedler

Das Familienarchiv spiegelt mit mehr als 700 Akten, Urkunden und gedruckten Werken, fast 2.500 Fotografien, 55 Karten und Plänen sowie Videos und weiteren digitalen Unterlagen die herausragende Stellung der Mitglieder der Familie Speck von Sternburg über drei Jahrhunderte wider. Der Bestand setzt 1481 mit einer Urkunde aus St. Veit in Oberbayern ein, die sich nachweislich im Besitz von Maximilian Speck von Sternburg befand. Er reicht bis ins Jahr 2016. Überliefert sind in unterschiedlicher Dichte sechs Generationen der Familie Speck von Sternburg, darunter umfangreiche Unterlagen zu Maximilian (Kaufmann, Kunstsammler und Rittergutsbesitzer in Lützschena), dessen erfolgreiche Tätigkeit in der Erhebung zum Ritter von Speck (1825 durch den Zaren Alexander I.) und Freiherrn von Sternburg (1829 durch König Ludwig I. von Bayern) gipfelte. Weitere Teile betreffen die berühmte Kunstsammlung (heute Maximilian Speck von Sternburg Stiftung im Museum der bildenden Künste Leipzig), das Rittergut Lützschena (ab 1822 in Familienbesitz) oder die Sternburg-Brauerei. Zu verweisen ist ebenso auf private und dienstliche Originalzeugnisse von Joseph (Forstmeister in kaiserlichen Diensten in Ostpreußen) und vom Diplomaten Hermann Speck von Sternburg, der u. a. als deutscher Botschafter in den USA tätig war. Dazu kommen berühmte Vertreter der Familien der Ehepartner wie der Historiker Josef Freiherr von Hormayr zu Hortenburg, die Familien Hänel von Cronenthall, Grafen von Bohlen, von Tepper-Laski und viele weitere mehr. Für die Familienmitglieder lassen sich neben persönlichen Unterlagen auch die berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit, soziales Engagement, Reisen und künstlerische Betätigung gut dokumentieren. Besonders umfassend ist die Überlieferung zum Depositalgeber Wolf-Dietrich Freiherr Speck von Sternburg. Sichtbar werden seine jahrzehntelangen Bemühungen um das Erbe in Lützschena, sie spiegeln damit ein besonderes Kapitel deutsch-deutscher Beziehungen wider.

Gegenwärtig bereitet das Staatsarchiv Leipzig eine Ausstellung zur Familie Speck von Sternburg vor, in deren Mittelpunkt die Unterlagen aus dem Familienarchiv stehen werden. Die Eröffnung ist für November 2017 geplant. Das Archiv verwahrt zahlreiche weitere Bestände mit Bezügen zur Familie Speck von Sternburg. Zu nennen sind in erster Linie die Bestände 20466 Rittergut Lützschena mit Freiroda und 20968 Brauerei Sternburg, Lützschena.

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Autor: Karsten Fiedler am 15. Sep 2017 18:13, Rubrik: Allgemein, Lützschena,
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